Prof. Ludwig Armbruster Imkerschule

Italien, 22.11. – 2.12.2021

Rom mit der Ape auf der Appia antiqua.

Reiseleistungen:
An- und Abreise von München nach Rom und von Brindisi nach München, 10 Übernachtungen, Halbpension, an drei Tagen Vollpension, alle Führungen und Eintritte durch Peter Amann, Bustransfers.

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Eine Reise entlang der Via Appia im November 2021

Start am 22. November 2021 in Rom (Anreise mit Flugzeug oder Bahn)

Ende am 2. Dezember 2021 in Rom (Abreise mit Flugzeug oder Bahn)

Die antike Via Appia ist immer noch die große Unbekannte unter den europäischen Reiserouten, anders als der mittelalterliche Jakobsweg, der seit 1993 zum UNESCO-Welterbe zählt und jedes Jahr zigtausende Pilger und sinnsuchende Reisende aller Couleur anzieht. Die Literatur zum Camino de Santiago füllt längst ganze Regale. Nicht so die Via Appia.

Im November 2021 wollen wir uns aufmachen, nicht zu Fuß, sondern mit dem Bus – auch wenn wir unterwegs immer wieder altes Pflaster treten – um der Route der Via Appia von Rom durch den immer noch wenig bekannten Süden Italiens bis Brindisi, der alten Hafenstadt am Adriatischen Meer zu folgen. Es ist eine Zeitreise mit wachem Blick aufs Hier und Heute und wie andere Kultur-Studienreisen der Ludwig Armbruster Imkerschule auch, eine Reise mit Augen- und Gaumenmerk auf den agrikulturellen Reichtum des Bel Paese und ebenso reich an menschlichen Begegnungen.

Der Bau der Via Appia wurde 312 v. Chr. unter Konsul Appius Claudius Caecus begonnen. Damit fiel der Startschuss für ein Infrastrukturprojekt, welches nur mit dem Internet und den globalisierten Verkehrswegen unserer Zeit zu vergleichen ist. Zur Blütezeit des römischen Imperiums durchzogen 29 Militärstraßen im Verbund mit knapp 400 weiteren großen Straßen die 113 Provinzen des Römischen Reiches auf einer Gesamtlänge von über 400.000 km. Auf der Via Appia reisten nicht nur die Militärs, sondern Händler und Touristen. Waren und Ideen aus dem Orient erreichten auf dieser Straße das Herz Europas, auch das Christentum.

Tag 1 (Mo, 22.11.2021) – Ankunft in Rom

Für Bahnreisende beginnt die Reise bereits am Vorabend in München, sie erreichen früh am Tag die ewige Stadt. Flugreisende stoßen später dazu. Auf jeden Fall bleibt genügend Zeit erste Eindrücke zu sammeln. Unser Hotel liegt zentral am Fuße des Palatins, viele Sehenswürdigkeiten lassen sich zu Fuß erreichen. Beim gemeinsamen Abendessen stärken wir uns für die kommenden Abenteuer. Zwei Übernachtungen in Rom am Fuße des Palatin.

Tag 2 (Di, 23.11.2021) – Quo vadis? Die Via Appia Antica in Rom

Mit dem Linienbus geht es zu der monumentalen Villa del Quintilier und ab hier erkunden wir zu Fuß den ersten Abschnitt der Via Appia Antiqua vor den Toren Roms, gesäumt von imposanten Grabmonumenten, Millionärsvillen aus zwei Jahrtausenden, christlichen Kolumbarien und römischen Aquädukten. Wer weiß, vielleicht treffen wir sogar auf einen emsigen Stadtimker.

Tag 3 (Mi, 24.11.2021) – In den Albaner Bergen

Einst suchten die römischen Senatoren in den Colli Albani Zuflucht vor der Hitze in der Stadt, heute hat der Papst in Castel Gandolfo seinen Sommersitz. Auf den vulkanischen Böden gedeihen spritzige Weißweine, die auch im späten Herbst gut zu einer Porchetta munden – die beste gibt es in Ariccia! Das gegrillte, mit würzigen Kräutern gefüllte Spanferkel schätzten bereits die Etrusker und Römer. Als mythischen Ort und Sommerfrische des Kaisers Claudius lernen wir den Lago di Nemi kennen und treffen hier auf einen Kräuterhexer. Als schnurgerades Band schneidet sich die Appia durch die pontinische Ebene, die zur Zeit Mussolinis trocken gelegt wurde. 1932 wurde die faschistische Planstadt Latina aus der Retorte gehoben. Den Abend verbringen wird in der alten Küstenstadt Terracina, Pier Paolo Passolini schätzte die einfache Küche der Fischer. Eine Übernachtung in Terracina am Meer.

Tag  4 (Do, 25.11.2021) – Zweimal Capua

Auf Spuren der antiken Via Appia treffen wir in Terracina ­ ein längerer Abschnitt bei Itri lädt zur lauschigen Passeggiata ­ und in Capua, das es zweimal gibt. Den Namen Capua trägt heute eine mittelalterliche Stadt in der Flussschleife des Volturno, das Archäologische Museum ist eine Schau. Unser Abendessen nehmen wir im Schatten des Amphitheaters von Santa Maria Capua Vetere ein, wo einst Spartacus in die Gladiatorenschule ging. Womit Gladiatoren sich wohl stärkten? Eine Übernachtung im Bio-Agriturismo bei Capua.

Tag  5 (Fr, 26.11.2021) – Über Benevent bis Venosa

In der Provinzhauptstadt Benevent teilt die Via Appia sich in zwei Arme (wir wählen anschließend die ältere Route via Tarent). Vom Senat hatte Kaiser Trajan am Beginn des neuen Abschnitts ein Triumphtor zugesprochen bekommen. Glaube und Religion trieben in Benevent merkwürdige Blüten: Römer hatten den ägyptischen Isis-Kult eingeführt, früh wurde die Stadt zum christlichen Bischofssitz und Bischof Gennaro erfuhr in Pozzuoli den Märtyrertod und machte postum Karriere als Patron von Neapel. Im Mittelalter war Benevent verschrien als Hexenversammlungsplatz. Der in ganz Italien berühmte Likör Benevents heißt nicht zufällig „Strega“. Über Melfi erreichen wir am späten Nachmittag Venosa, Geburtsstadt des römischen Dichters Horaz und bekannt für seinen Vulkan-Wein und die luftgetrocknete Lucanica-Salami. Kaiser Friedrich II. hielt sich hier zur Sommerfrische auf und im 16. Jh. diente das Kastell den Gesualdo als Residenz. Carlo Gesualdo, Prinz von Venosa, ging als Doppelmörder seiner Frau und ihres Liebhabers, sowie als Komponist genialer Madrigale in die Geschichte ein. Eine Übernachtung in Venosa.

Tag 6 (Sa, 27.11.2021) – Gravina in Puglia und Matera

Bereits am Namen ist Gravina in Puglia als eine jener faszinierenden Schluchtenstädte zu erkennen, deren bekannteste Matera in der nahen Basilikata ist. Am Beispiel des Borgo Dolcecanto im Nordwesten der Stadt lässt sich die im Süden Italiens überfällige Landreform 1950 unter Ministerpräsident Alcide De Gasperi studieren. Hier treffen wir auf Michele Capone, einem Pionier des nachhaltigen Tourismus, Winzer und Imker – eine echte agrikulturelle Begegnung. Der Verdauungsspaziergang führt uns nach Gravina und auch auf die berühmten Sassi von Matera werfen wir abends einen ersten Blick. Zwei Übernachtungen in Matera.

Tag  7 (So, 28.11.2021) – Matera, Waben aus Stein

Eine Reise entlang der Via Appia ist temporeich, doch heute legen wir eine Pause ein und durchstreifen mit Muße die Höhlenstadt Matera zu einer Jahreszeit, zu der wir kaum mit übermäßigem Touristenansturm rechnen müssen. In den 1950er Jahren in Italien noch als „nationaler Schandfleck“ verschrien, wurde Matera 1993 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und feierte sich 2019 als Kulturhauptstadt Europas.

Tag 8 (Mo, 29.11.2021) – Mystische Grotten bei Móttola

Neben Gravina in Puglia gibt es noch weitere Höhlenstädte in Apulien, sie lernen wir auf dem Weg nach Tarent kennen. Anders als die Nachbarorte Laterza, Castellaneta und Massafra ist Móttola nicht aus einer Höhlenstadt hervorgegangen. Umso interessanter sind die rund 30 Grottenkirchen im nahen Umkreis. An der Via Appia gelegen entwickelte sich die reich mit Fresken ausgeschmückte Chiesa di San Nicola im Mittelalter zu einer wichtigen Etappe der Pilger, die sich in Tarent oder Brindisi in Richtung Heiliges Land einschifften. Kontrast in Tarent: Im Nordwesten der Provinzhauptstadt erstreckt sich der größte Schwerindustriekomplex Süditaliens. Der Wirtschaftskrimi des Stahlwerks ILVA ist noch nicht zu Ende geschrieben. Zwei Übernachtungen in einem schönen Hotel auf Tarents Altstadtinsel.

Tag  9 (Di, 30.11.2021) – Tarent, die Königin der Meere

An Tarent scheiden sich die Geister, nach dem ersten Schock erliegt man jedoch schnell dem spröden Charme der einst prachtvollen Griechenstadt. Ein Besuch des Archäologischen Museums lässt uns die Augen überquellen. Die Lage der Stadt zwischen zwei Meeren ist ohnehin schwer zu toppen. Besonders reich ist die Auswahl an Fisch und Meeresfrüchten, die Miesmuschen sind ein Gedicht. Wenn Wind und Wetter es erlauben verwandeln wir uns in Walforscher für einen Tag und begleiten die Meeresbiologen des Jonian Dolphin Conservation Institute auf ihrem Motorkatamaran.

Tag 10 (Mi, 1.12.2021) – „Brindisi ist das Ende dieses langen Gedichts – und der Reise.“

Mit diesen Worten schloss der römische Dichter Horaz seine launige Reisebeschreibung einer zweiwöchigen Fahrt auf der Appia. Als Endpunkt der bedeutenden Heeresstraße entwickelte sich das antike Brundisium zu Roms wichtigstem Militär- und Handelshafen an der Adria. Im Mittelalter erreichten Pilger und Kreuzfahrer die Stadt zu Tausenden, um sich ins Heilige Land einzuschiffen. Mit Eröffnung des Suez-Kanals 1896 wurde Brindisi zum dritten Mal Global Player, diesmal als Transithafen der Route London – Bombay. Jules Verne lässt seinen Helden Phileas Fogg aus „In 80 Tagen um die Welt“ hier an Bord des Schraubendampfers Mongolia gehen. Standesgemäß steigen wir für eine Nacht im Grande Albergo Internazionale am Lugomare ab und vergnügen uns auf einer Hafenfahrt an Bord des Wasserbusses.

Tag 11 – Rückreise über die Alpen (2.12.2021)

Rückflug oder Beginn der Rückreise mit der Bahn.