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Imker Studienreise nach Nord-und Mittelitalien

Herzlich willkommen beim Reisetagebuch der Imker Studienreise  Nord- und Mittelitalien

31.10./2.11.13 Fünfter - siebter Tag der Studienreise

Fünfter Tag

Gerhard Moll hat zwei seiner Völker in den Schlossgarten von Titignano gestellt, damit wir vom Kursraum direkt zu den Völkern können und auf diese Weise Theorie und Praxis verbinden.

Hinter den dicken Mauern des alten Landgutes eines Florentinischen Adeligen führt uns Gerhard durch den Jahreslauf unter Berücksichtigung des Angepassten Brutraumes. Es wird viel diskutiert über das richtige Einfüttern (dünnflüssig, aber wenn Tracht herrscht wird das dünnflüssige Futter nicht abgenommen – also warten oder in diesem Fall etwas dickflüssiger; regelmäßig, am besten 5 Mal im Abstand von einer Woche nicht mehr als 5 bis 6 Liter, damit der Brutnestbereich nicht verhonigt und die Königin nicht am Legen gehindert wird), über das richtige Anpassen beim Einwintern (die funktionslosen Rähmchen können entfernt werden und das Schied wird so gesetzt, daß es die Bienen gut einfasst), über die Herangehensweise beim Arbeiten (nicht einfach nur Rähmchen ziehen, erst den ganzen Korpus herüberschieben und dann beginnend mit Wabe eins die Kontrolle durchführen – das spart Handgriffe und man kontrolliert zuerst die dunkleren Waben, auf denen eher die Schwarmzellen anzutreffen sind) und vieles mehr.

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30.10.13 Vierter Tag der Studienreise

Auch im Piemont gab es erfinderische Leute. Zum Abschied aus dieser wunderlichen, hügeligen Region am Fuße der Seealpen führt uns Cauda noch zu einem kulturhistorischen Highlight. Auch im Piemont war es früher üblich, daß in jedem Dorf und praktisch von jedem Bauer Bienen gehalten wurden. Bienenhaltung war auch hier ein essenzieller Bestandteil des bäuerlichen Einkommens. Und besonders wichtig war es, die Bienen gesund und mit möglichst wenig Honigvorräten durch den Winter zu bringen. Zwar sind die Wintermonate im Piemont beileibe nicht so hart wie nördlich der Alpen – aber das Piemont kennt auch schneereiche Winter.

So kam es, daß ein Landarbeiter an der Südseite seines Wirtschaftsgebäudes, das er inmitten seiner Felder stehen hatte, eine zweite Mauer errichtete, zwischen dieser und der eigentlichen Hausmauer etwa einen Meter Platz. In drei Etagen mauerte er nun Nischen hinein, die nach unterschiedlicher Methode Bienenvölker aufnehmen konnten. In die unterste Reihe wurden einfach vorhandene Hinterbehandlungsbeuten hineingeschoben. In die mittlere Ebene hatte jener unbekannte Imker Aussparungen eingemauert, Auflagen für Rähmchenohren. Hier wurden also die Rähmchen direkt in das Mauerwerk eingehängt und das Mauerwerk als Bienenkiste verwendet. In der obersten Reihe fehlen diese Aussparungen, dort wurden Schwärme direkt in das Loch in der Mauer eingeschlagen.

An der rechten Seite erkennt man den Anbau der Bienenmauer.

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29.10.13 Dritter Tag der Studienreise

Besuch bei Cauda und Maria-Jose Pastor

Nach dem  fantastischem Abendessen im Slow Food Restaurant „Fattoria dell’Olmo“ am Vorabend machen wir uns am Morgen auf zum Städtchen Montà in der Region zwischen Turin und den Seealpen bei Cuneo. Montà ist ein pittoreskes , sehr gepflegtes Städtchen umgeben von einer hügeligen Landschaft mit intensivem Weinanbau.

Am Marktplatz finden wir auch schon ein Schaufenster mit Honig und Bienenprodukten, und durch ein schmales Tor geht es in einen Hinterhof zum Wohnhaus und früheren Wirtschtschaftsgebäude der Familie. Cauda betreibt heute mit seinem Bruder und drei weiteren Mitarbeitern eine Großimkerei mit etwa 1800 Bienenvölkern. Schon sein Vater bewirtschaftete etwa 100 Völker. Als dieser aber früh verstarb mußten er und sein Bruder die Bienenvölker übernehmen und weiterbetreiben. So hatten sie schon von Kindesbeinen an Kontakt zu den Bienen.

Claudio Cauda

Cauda ist heute Präsident des italienischen Berufsimkerbundes und ein leidenschaftlicher Kämpfer für seinen Berufsstand. Seine Ansichten prägen die italienische Berufsimkerei. Auch er beschreibt die Pestizide und Neonicotinoide als den größten Feind der Imkerei.

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28./29.10.13 Erster & zweiter Tag der Studienreise

Die 12 Teilnehmer der diesjährigen Studienreise zu italienischen Berufsimkern starteten am Sonntag Nachmittag von den Berufsimkertagen in Donaueschingen. In zwei Minibussen fuhren wir über den gerade noch offenen Gotthardpass. Unsere erste Station war Novi Ligure.

Am Montag Morgen empfing uns der Präsident des italienischen Berufsimkerbundes Francesco Panella und zeigte uns seinen Betrieb, in dem er 1000 Bienenvölker bewirtschaftet. Francesco kam gerade aus Rom von einer Veranstaltung der Imker gegen Neonicotinoide. Seine Verbandsverpflichtungen bringen ihn in die ganze Welt und machen den profunden Kenner der italienischen Imkerei zu einem gefragten Mann. Bei Caffè und Met erörterten wir die Lage der Imkerei, wobei er das Auf und Ab nach Einführung der Neonicotinoide beschrieb. Seine Honigproduktion und die vieler seiner Kollegen war Mitte des letzten Jahrzehntes um mehr als 70% eingebrochen, als seine Bienen nicht mehr vom Befliegen der gebeizten Kulturflächen zurückkamen. In diesem Jahr produzierte er wieder 55.000 kg Honig, was einem Durchschnitt von etwa 55kg pro Volk entspricht. Er ist ein Verfechter einer Imkerei ohne chemische Medikamente. Der Varroadruck sei in den letzten Jahren so stark, daß er bei vielen Völkern einen Brutstopp oder eine Brutentnahme vornimmt.

Auffallend war seine einfache Schleudertechnik. Mit einer Entdecklungsmaschine, zwei Pressen für das Entdecklungswachs und zwei Radialschleudern bewältigt ein Mitarbeiter innerhalb von 4 Monaten die Schleuderung des Honigs. Falls nötig, wird der Honig in einem Wärmeraum für die Schleuderung vorbereitet. Auch Panella 's Fuhrpark ist bescheiden: ein LKW mit Kran und einem ZGG von 7,5t, ein Lieferwagen und ein Pickup reichen ihm, um diese Völkerzahl umzutreiben. Er hat zwei ganzjährig beschäftigte Mitarbeiter und zwei Saisonhilfskräfte. Der Honig wird zur Gänze an die von ihm mitbegründete Imkergenossenschaft „Conapi“ verkauft, die den Honig konfektioniert und in den Markt bringt. Die Genossenschaft verkauft pro Jahr etwa 2.500 t.

An den Bienenvölkern

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